Bremssysteme

Bei der Unfallprävention durch aktive Sicherheitsmaßnahmen kann Honda signifikante Fortschritte vorweisen. Seit der Einführung der ersten serienmäßigen Scheibenbremse an der CB750 Four im Jahre 1969 hat Honda kontinuierlich seine Bremssysteme weiter entwickelt, um die Motorradkontrolle zu verbessern oder einfacher und effektiver zu gestalten.

Einen Meilenstein im Bereich fortschrittlicher Bremssysteme wurde 1992 mit dem ersten Honda ABS in der ST1100 vorgestellt. 1993 folgt das erste Dual CBS in der CBR1000F. Die Vorteile beider Systeme verband das 1996 in der ST1100 Pan-European eingeführte Combined-ABS. Seitdem wurden fortschrittliche Bremssysteme in fast die gesamte Motorradpalette eingebaut.

Elektronisch gesteuertes "Combined ABS" für Supersport-Motorräder

Ein ABS verhindert das Blockieren der Räder, ein Combined-Verbundbremssystem sorgt für leichtere Kontrolle bei gleichzeitig höherer Stabilität. Weil supersportliche Motorräder aufgrund ihres kurzen Radstands zu starken dynamischen Radlastveränderungen neigen, entwickelte Honda dafür eine Technik, die absolute Maßstäbe setzt: das elektronisch gesteuerte Combined-ABS. 

Dabei bewirkt die elektronische „Brake by Wire“-Steuerung eine extrem schnelle und präzise Steuerung der Bremskraft sowie eine sensible Verteilung auf beide Räder. Dies ist nur möglich, weil die Modulatoren für Vorder- und Hinterrad auf direktem Weg und getrennt angesteuert werden. Gleichzeitig werden Einflüsse auf das Fahrverhalten minimiert. Die Regelintervalle sind speziell abgestimmt, damit die Antiblockierwirkung besonders geschmeidig eingreift. Ein Pulsieren am Handhebel im Regelbereich entfällt beim elektronischen C-ABS völlig.

Das elektronisch gesteuerte Combined ABS von Honda funktioniert anders als herkömmliche Systeme. Der am Handhebel aufgebaute Bremsdruck wird von einem Sensor aufgenommen und an das ABS-Steuergerät gesendet. Dieses steuert elektronisch über Modulatoren spezielle Pumpen an, welche den hydraulischen Druck an den Bremskolben exakt auf- und abbauen. Deshalb die Umschreibung mit „Brake by Wire“. Gleichzeitig werden die Raddrehzahlen erfasst und abgeglichen und in die Hydrauliksteuerung mit einbezogen, mögliches Blockieren sofort erkannt. Dabei werden Vorder- und Hinterrad gemeinsam über den Handbremshebel betätigt, aber getrennt über eigene Modulatoren angesteuert. Die Ansprechzeit der elektronischen Steuerung beträgt lediglich 3 Tausendstel Sekunden. Auch über die Fußbremse werden beide Räder verzögert, wenn auch anders dosiert.

Vereinfacht ausgedrückt: Die elektronische Steuerung bestimmt die Bremskraft entsprechend des an den Hebeln anliegenen Drucks. Übersteigt dieser die Reifenhaftgrenze, regelt das ABS. Die damit mögliche Verzögerung überschreitet in der Regel das Können selbst routinierter und auch professioneller Piloten, nicht nur bei wechselhaften oder schwierigen Fahrbahnbedingungen mit Nässe oder Sand, sondern insbesondere auch bei überraschenden, unvorhersehbaren Manövern, die Notbremsungen erfordern. Besonders wichtig zu wissen: Auch ohne Stromversorgung bleibt die Bremswirkung voll erhalten. Darauf ist das gesamte System extra ausgelegt.


Elektronisch geregeltes Combined-ABS auch im Rennsport

Diese außergewöhnliche Bremstechnik, die allein fünf Jahre Entwicklungsarbeit erforderte, funktioniert auch im Rennsport überzeugend. In der Superbike-IDM, in Hockenheim 2009, schrieb der zweifache Deutsche Meister Martin Bauer auf der Honda Fireblade des Holzhauer-Teams Rennsportgeschichte mit dem weltweit ersten Sieg eines mit elektronisch gesteuertem Combined-ABS ausgestatteten Renn-Superbikes. Dass dieser Erfolg gleich bei der Rennpremiere dieses Antiblockiersystems errungen wurde, ist ebenfalls bemerkenswert.
  
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