Bremssysteme
Einen Meilenstein im Bereich fortschrittlicher Bremssysteme wurde 1992 mit dem ersten Honda ABS in der ST1100 vorgestellt. 1993 folgt das erste Dual CBS in der CBR1000F. Die Vorteile beider Systeme verband das 1996 in der ST1100 Pan-European eingeführte Combined-ABS. Seitdem wurden fortschrittliche Bremssysteme in fast die gesamte Motorradpalette eingebaut.
Elektronisch gesteuertes "Combined ABS" für Supersport-Motorräder
Dabei bewirkt die elektronische „Brake by Wire“-Steuerung eine extrem schnelle und präzise Steuerung der Bremskraft sowie eine sensible Verteilung auf beide Räder. Dies ist nur möglich, weil die Modulatoren für Vorder- und Hinterrad auf direktem Weg und getrennt angesteuert werden. Gleichzeitig werden Einflüsse auf das Fahrverhalten minimiert. Die Regelintervalle sind speziell abgestimmt, damit die Antiblockierwirkung besonders geschmeidig eingreift. Ein Pulsieren am Handhebel im Regelbereich entfällt beim elektronischen C-ABS völlig.
Das elektronisch gesteuerte Combined ABS von Honda funktioniert anders als herkömmliche Systeme. Der am Handhebel aufgebaute Bremsdruck wird von einem Sensor aufgenommen und an das ABS-Steuergerät gesendet. Dieses steuert elektronisch über Modulatoren spezielle Pumpen an, welche den hydraulischen Druck an den Bremskolben exakt auf- und abbauen. Deshalb die Umschreibung mit „Brake by Wire“. Gleichzeitig werden die Raddrehzahlen erfasst und abgeglichen und in die Hydrauliksteuerung mit einbezogen, mögliches Blockieren sofort erkannt. Dabei werden Vorder- und Hinterrad gemeinsam über den Handbremshebel betätigt, aber getrennt über eigene Modulatoren angesteuert. Die Ansprechzeit der elektronischen Steuerung beträgt lediglich 3 Tausendstel Sekunden. Auch über die Fußbremse werden beide Räder verzögert, wenn auch anders dosiert.
Vereinfacht ausgedrückt: Die elektronische Steuerung bestimmt die Bremskraft entsprechend des an den Hebeln anliegenen Drucks. Übersteigt dieser die Reifenhaftgrenze, regelt das ABS. Die damit mögliche Verzögerung überschreitet in der Regel das Können selbst routinierter und auch professioneller Piloten, nicht nur bei wechselhaften oder schwierigen Fahrbahnbedingungen mit Nässe oder Sand, sondern insbesondere auch bei überraschenden, unvorhersehbaren Manövern, die Notbremsungen erfordern. Besonders wichtig zu wissen: Auch ohne Stromversorgung bleibt die Bremswirkung voll erhalten. Darauf ist das gesamte System extra ausgelegt.







